Von Juni bis September zieht der Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus) mit seinen gelben Blüten viele Insekten an. Foto: Jenny Förster

Biologische Vielfalt im Mai: Die Große Harzbiene und der Hornklee

Der Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus) ist eine Pflanze aus der Gruppe der Schmetterlingsblütler mit einer sehr hohen ökologischen Bedeutung. Sein Vorkommensgebiet erstreckt sich über ganz Sachsen und darüber hinaus. Man findet ihn an viele Wiesen, Wegränder und Ruderalstellen. Der Hornklee gehört zu den Leguminosen, Stickstoffbindern. Aufgrund seiner Symbiose mit stickstoffbindenden Knöllchenbakterien trägt er zur Stickstoffanreicherung im Boden und damit zur Bodenverbesserung bei. Im Garten liebt er sonnige, warme Plätze mit lockerem, humosem Boden und ist ein pflegeleichter Bodendecker. Er bildet bis zu 1 m tiefe Wurzeln aus und verträgt längere Trockenzeiten. Damit eignet er sich auch gut für Steingärten und zur Dachbegrünung. Auf dem Balkon wächst er in Töpfen ab 12 cm Tiefe. Von Juni bis September zieht er mit seinen gelben Blüten viele Insekten an. Die bis zu drei Zentimeter langen, schmalen Früchte, Hülsen genannt, die mit zunehmender Reife braun und krumm werden, sind namensgebend für den Hornklee:  “corniculatus” bedeutet “wie ein Hörnchen geformt”. Der hohe ökologische Wert beruht auf den unzähligen Insekten, welche an den Pflanzen leben. Zahlreiche Schmetterlinge schätzen seinen Nektar und für die Raupen des Gemeinen Bläulings (Polyommatus icarus) sind seine Laubblätter eine der wenigen Nahrungsquellen.

Allein das Standardwerk »Die Wildbienen Deutschlands« von Paul Westrich listet über 50 Wildbienenarten auf, welche regelmäßig die Pflanze nutzen. Unter ihnen ist auch die Große Harzbiene (Anthidium byssinum), die ausschließlich Pollen von Schmetterlingsblütlern sammelt. Da Weibchen der Großen Harzbiene den Gewöhnlichen Hornklee häufig bevorzugen, patrouillieren Männchen der Art oft entlang der Pflanzen, um so ihren Paarungserfolg zu erhöhen. Die Große Harzbiene unterscheidet sich in ihrem Äußeren stark von den restlichen Harzbienen – beiden Geschlechtern fehlen die typischen gelben Flecken und die Männchen haben keine Dornen am Hinterleib. Damit wirken sie auf den ersten Blick eher wie eine Blattschneiderbiene. Wie alle erdnistenden Wildbienen bevorzugt die Große Harzbiene sonnige, südexponierte Bodenstellen. Die Brutröhren werden mit Blattstücken verschiedenster Laubbaumarten verkleidet und bekommen zusätzlich noch eine Harzschicht als Überzug, welcher in der Regel an Fichten gesammelt wird. Somit kommen als Niststandorte nur jene Orte in Frage, wo in enger räumlicher Distanz neben dem passenden Blütenangebot auch Nadel- und Laubbäume als Baumaterialquellen vorhanden sind.

Ebenfalls am Gewöhnlichen Hornklee können in Dresden Arten wie die Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella), die Platterbsen-Mörtelbiene (Megachile ericetorum) oder die Spitzfühler-Stängelbiene (Osmia acuticornis) und viele weitere Blattschneider- und Mauerbienen beobachtet werden.