Umweltbildung! Aber wie?

Zurück zu den Quellen mit "ad fontes"!

Umweltbildung ist heute Standard und seit mindestens 27 Jahren Kerngeschäft des Umweltzentrums Dresden. Vieles hat sich geändert und die Frage nach einem generellen Umgang, alten und neuen Zielgruppen und zeitgemäßer Methodik steht im Mittelpunkt des Erfahrungsaustausches tschechischer und deutscher Umweltbildner*innen. Dazu arbeiten wir mit unseren Partner*innen aus Deutschland, dem Erzgebirgsverein aus Annaberg-Buchholz und DOMINO Soziale Projekte aus Zittau zusammen sowie der Oparno-Mühle, die Mitglied im Verband Asociace TOM ČR ist.

Entwickelt werden von uns Angebote zu den Themen Wasser und Verwandlungen für Schüler*innen und Familien aus Deutschland und Tschechien.

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...zu den Quellen. Hier im Weltnaturerbe Nationalpark Plitwitzer Seen, Foto: Claudia Nikol, UZD

Beim Thema Wasser geht es z. B. um das Kennenlernen der Fauna und Flora am und im Bach oder die Bestimmung von biotischen und abiotischen Faktoren und der Gewässergüte. Weiterhin werden Experimente entwickelt, die den physikalischen und chemischen Eigenschaften von Wasser nachspüren; und Wasser wird als Politikum zum Thema gemacht. In einem weiteren Teil steht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema im Mittelpunkt. Dabei finden die gewonnen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse bei der Farbherstellung Anwendung und es können handwerkliche Fähigkeiten bei der bildnerischen Umsetzung erworben werden. 

Internationale Kultur, Mythen und Riten rund um die Maskenherstellung sind Inhalt beim Thema Verwandlungen. Neben Geschichten zum Ursprung und den Anlässen für die Maskenherstellung werden selber Masken aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen Techniken hergestellt.

Sagen und Geschichten rund um die Mühle sind Ausgangspunkt für die Herstellung von Handpuppen, gedacht vor allem für Familien mit kleineren Kindern. Vom Kopf bis zur Kleidung werden die Figuren selbst hergestellt und im Spiel erprobt.

Ort der Erprobung dieser zukünftigen Angebote ist die Oparno-Mühle im Böhmischen Mittelgebirge, im Wopparner/Oparno Tal unweit der Gemeinden Velemín und Chotiměř bei Lovosice in einem für Ausflüge (Burgruine Oparno) und längere Wanderungen (Berg Lovos oder die Kaiserliche Treppe) geeigneten Gebiet. Sie wurde bereits umfangreich saniert und erweitert mit "ad fontes" künftig ihr Angebot mit kulturellen und vor allem umweltorientierten Veranstaltungen und für vielfältige Zielgruppen.

Ad fontes ist ein deutsch-tschechisches Projekt im Rahmen des Programms Interreg V A „Ahoj sousede - Hallo Nachbar“ der Europäischen Union, gefördert durch den Fonds für regionale Entwicklung.

Im Oparno Tal fließt das lebendige Wasser - erste Workshops in der Erprobung

Was ist wertvoller als Gold und Salz? Um diese Frage zu beantworten und das Geheimnis des Leben spendenden Schatzes zu entdecken, der auf den ersten Blick noch alltäglicher als Salz wirkt, kamen Vorschulkinder vom Lesní klub und SchülerInnen von der Grundschule Jurta in Děčín–Nebočady für ein dreitägiges Programm zum Thema Wasser nach Oparno.

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Mühlrad, Foto: pixabay by Manfred Antranias Zimmer

Ziel der Referentin Andrea Reißhauer war es, die Teilnehmer*innen mit Fauna und Flora im Bach und seiner Umgebung vertraut zu machen, die Wasserqualität und die Vielfalt der Lebewesen zu untersuchen und zu erkunden, wie ihr Leben die unbelebte Natur beeinflusst. Bei verschiedenen Experimenten wurden die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wassers ermittelt.

Bei den Wasserexperimenten werden die Hände nass. Das Wasser kühlt dieHände, ist glatt und fließt wie dursichtiges Glas über Steine und singt dabei. Grüne Algen könnten die Haare einer Wasserfrau sein, während ein Fisch ihr seine Geschichten erzählt. Das sind die ersten Eindrücke vom Ufer des Baches. Bei näherer Untersuchung erkennt man kleinere Lebewesen, die nach und nach ihre korrekte Bezeichnung bekommen und die Sauberkeit des Wassers bezeugen.

Den teilnehmenden Kindern wird verdeutlicht, wie der Bach das Wasser aus der weiten Umgebung sammelt und auf seinem weiten Weg zur Elbe durch das Tal fließt. Auf diesem Weg kann das Wasser leicht vielfach verunreinigt werden. Die Folgen treffen viele Lebewesen und Pflanzen, deren Heimat der Bach ist. Die Teilnehmer*innen erfahren, wodurch das Wasser verunreinigt wird, wie man dies verhindert und wie Wasser wieder gereinigt werden kann.

Wasser ist eine klare, farblose Flüssigkeit, geschmacks- und geruchsneutral. Im Oparnotal überprüfen die Teilnehmer*innen Leitungswasser sowie verschiedene Mineralwasser und stellen fest, dass einige Zusätze im Wasser unschädlich, manche nützlich und heilbringend sind. Sie untersuchen Farbe, Geruch und den Geschmack von Mineralwässern und vergleichen dies mit dem Leitungswasser. 

Die Nutzung der Wasserkraft kann in der Oparno-Mühle anschaulich demonstriert werde. Die Kinder sehen, wie sich das Mühlrad dreht, und wie in der Mühlanlage durch Wasserkraft das Getreide zermahlen wird.

Was haben die Teilnehmer*innen während der Projekttage gelernt? Dass wir alle vom Wasser abhängig sind, dass seine Sauberkeit absolut wichtig für unsere Gesundheit ist und dass wir seine Qualität jeden Tag mit unseren Entscheidungen beeinflussen können und dass wir alle rücksichtsvoll und sparsam mit dem Wasser umgehen werden. 

Im Oktober 2018 durchliefen die Teilnehmer*innen zwei Module

Die Projekttage zu beiden Modulen fanden für Familien und Kindergruppen in der Oparno-Mühle im Böhmischen Mittelgebirge im Oparno-Tal statt.

Wasser und Farbe (Modul 5)

In diesem Modul ging es darum zu erkunden, was Farbe mit Wasser zu tun hat, wie früher Farben hergestellt wurden und ob man Farben auch selber herstellen kann.

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Ein großer Spaß, Farben selber zu mischen, die unterschiedlichen Bindemittel auszuprobieren und über die Farbkraft der Erdpigmente zu staunen. Foto: UZD

Zunächst fand eine Exkursion durch die Oparno-Mühle mit ihren 300 Jahre alten, sanierten Gebäuden, dem Mühlrad und dem Wasserspielplatz statt. Dabei erfuhren die Teilnehmer*innen einiges über das Leben in der Mühle und konnten Getreide mit einem großen alten Mahlstein selbst mahlen. Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Farben, deren Geschichte und Bedeutung, begannen alle mit der Herstelltung von Farbe. Für das Herstellen der Naturfarben wurden als Färbemittel bzw. als Farbpigmente bunte, sehr fein gemahlene Erden genutzt.

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Eine Auswahl an Farbpigmenten. Schon auf dem Foto ist die Farbkraft der Pigmente zu erkennen. Foto: UZD

Das Wasser löst die Farbpigmente auf und macht sie streichfähig.

Der Farbbrei aus Wasser und Farbpigmenten sieht zwar schon aus wie eine Farbe, aber beim Trocknen bemerkt man, dass die Farbpigmente nicht auf dem Papier kleben bleiben. Es fehlt das Bindemittel. Dessen Aufgabe ist es, die Farbpigmente an den Untergrund haften zu lassen. Dazu wurden natürliche Produkte wie Mehl, Eier, Quark und Baumharze benutzt.

Bau einer Handpuppe (Modul 3)

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Aus dem Pappmaché entstanden Kater Odin, das fliegende Einhorn, Piraten und Drachen.

Die Teilnehmer*innen konnten aus einfachen Materialien wie alten Zeitungen, Stoffresten und Farben mit etwas handwerklichem Geschick selbst Handpuppen herstellen. Danach ging es an das Herstellen von Pappmaché. Es wurde dabei „gematscht“ und modelliert. Zum Schluss wurden die Köpfe der Handpuppen noch bemalt und aus den Stoffresten ein Gewand genäht.

Mit freundlicher Unterstützung durch
Ansprechpartner

Umweltzentrum Dresden e.V.
Schützengasse 16-18
01067 Dresden

Birgit Pätzold, Bettina Bauer – Projektorganisation

Tel.: 0351 4 94 35 03
Fax.: 0351 4 94 34 40

E-Mail: bettina.bauer@uzdresden.de

Projektpartner

Asociace Tom: http://www.a-tom.cz/
Erzgebirgsverein: http://www.erzgebirgsverein.de/
Haus Domino, Soziale Projekte Zittau e.V.:http://www.domino-camp.de/k_1/index_1.htm