Umweltbildung! Aber wie?

Im Oparno Tal fließt das lebendige Wasser.

Test des Moduls 5 - Fließgewässer

Was ist wertvoller als Gold und Salz? Um diese Frage zu beantworten und das Geheimnis des Leben spendenden Schatzes zu entdecken, der auf den ersten Blick noch alltäglicher als Salz wirkt, kamen Vorschulkinder vom Lesní klub und SchülerInnen von der Grundschule Jurta in Děčín–Nebočady für ein dreitägiges Programm zum Thema Wasser nach Oparno.

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Bild von Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay

Das Ziel der Lektorin Andrea Reißhauer war, die TeilnehmerInnen mit Fauna und Flora im Bach und seiner Umgebung vertraut zu machen, die Wasserqualität und die Vielfalt der Lebewesen zu untersuchen und kennenzulernen und zu erkunden, wie  ihr Leben die unbelebte Natur beeinflusst. Mithilfe von Experimenten, wurden die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wassers ermittelt.

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Arbeitsmaterial

Wenn wir mit der Wasseruntersuchung beginnen, werden mindestens unsere Hände nass. Das Wasser kühlt unsere Hände, ist glatt,  wogt wie dursichtiges Glas über Steine und singt dabei. Grüne Algen sind vielleicht wie Haare der Wasserfrau und der Fisch erzählt ihr die Geschichten vom anderen Ufer. Das sind die ersten Eindrücke, wenn man am Bach sitzt. Bei näherer Untersuchung sieht man kleinere Lebewesen, die man mit der Lupe beobachtet und danach bekommen alle nach einem Schlüssel ihren richtigen Namen. Wir erfahren, dass im Wasser das Leben nicht nur von Menschen, sondern zum Beispiel auch von Insektenfliegern beginnt. Es war eine nette Überraschung, dass wir solche Lebewesen fanden, die die Sauberkeit des Wassers nachweisen.

Schön wäre, wenn diesen Zustand lange erhalten bliebe. Stellen wir uns vor, dass der Bach das Wasser aus der weiten Umgebung sammelt und auf seinem weiten Weg zur Elbe durch das lange Tal  fließt. Auf diesem Weg kann das Wasser leicht vielfach verunreinigt werden. Die Folgen treffen dann viele Lebewesen und Pflanzen, für die der Bach Heim ist. Wir sprechen mit den TeilnehmerInnen darüber, wodurch das Wasser verunreinigt werden kann, wie man dies verhindert und wie Wasser wieder gereinigt werden kann.

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Mineralwasser zum Verkosten

Mit allen Sinnen überprüfen wir die Behauptung: Wasser ist eine klare, farblose Flüssigkeit, geschmacks- und geruchsneutral. Dazu dienen verschiedene Flaschen mit unterschiedlichen Mineralwässern und mit Leitungswasser. Wir stellen fest, dass einige Zusätze im Wasser unschädlich, sogar nützlich und heilbringend sind. Wir untersuchen die Farbe, den Geruch und vor allem den Geschmack von Mineralwässern und vergleichen dies mit dem Leitungswasser. Manchmal ist das, was gesund ist, nicht gerade lecker.

Die Nutzung der Wasserkraft kann in der Oparno-Mühle anschaulich demonstriert werde. Das Mühlrad dreht sich und wir können uns vorstellen, wie sich in der Mühlanlage dank der Wasserkraft das Getreide zermahlen wird. Bei den Wasserspielen, draußen vor der Mühle, können wir die Wasserbewegung im geraden und gedrehten Gefluder beobachten, wir können das Wasser mit der Sperre anhalten und dann die Räder kräftig in Bewegung setzen.

Was haben die TeilnehmerInnen während der Projekttage gelernt? Dass wir alle vom Wasser abhängig sind, dass seine Sauberkeit absolut wichtig für unsere Gesundheit ist und dass wir seine Qualität jeden Tag mit unseren Entscheidungen beeinflussen können: „Ich werde rücksichtsvoll mit dem Wasser umgehen und es sparsam verbrauchen.“

Und ein Rätsel von den SchülerInnen am Ende: Was hat Wasser auf Tschechisch und auf Deutsch gemeinsam?

Das Programm ist im Rahmen des Projektes Ad Fontes entstanden und wurde von unserem Partner Umweltzentrum Dresden vorbereitet.

 

Im Oktober 2018 wurden zwei Module getestet:

Modul 5 – Wasser und Farbe

und

Modul 6 – Bau einer Handpuppe

Die Projekttage zu beiden Modulen fanden für Familien und Kindergruppen in der Oparno-Mühle im Böhmischen Mittelgebirge im Wopparner Tal statt.

Modul 5 – Wasser und Farbe

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Es machte sehr großen Spaß unsere Farben selber zu mischen, die unterschiedlichen Bindemittel auszuprobieren und über die Farbkraft der Erdpigmente zu staunen.

In diesem Modul ging es darum zu erkunden:

Was hat Farbe mit Wasser zu tun? Wie wurden früher Farben hergestellt? Kann man Farben auch selber machen?

Aber zuerst gab es eine Exkursion durch die Oparno-Mühle mit ihren 300 Jahre alten und heute sanierten Gebäuden, dem Mühlrad und dem Wasserspielplatz. Dabei erfuhren die Teilnehmer einiges über das Leben in der Mühle und konnten Getreide mit einem großen alten Mahlstein selbst mahlen.

Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Farben, deren Geschichte und Bedeutung machten sich alle an die „Arbeit“.

Um eine Farbe herzustellen, braucht es drei Dinge:

Was färbt? Farbpigmente.

Für das Herstellen der Naturfarben nutzten wir als Färbemittel bzw. als Farbpigmente bunte, sehr fein gemahlene Erden.

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Eine Auswahl an Farbpigmenten. Schon auf dem Foto ist die Farbkraft der Pigmente zu erkennen.

Was löst? Wasser.

Das Wasser löst die Farbpigmente auf und macht sie streichfähig.

Was klebt? Natürliche Bindemittel.

Der Farbbrei aus Wasser und Farbpigmenten sieht zwar schon aus wie eine Farbe, aber beim Trocknen bemerkt man, dass die Farbpigmente nicht auf dem Papier kleben bleiben. Es fehlt das Bindemittel. Dessen Aufgabe ist es, die Farbpigmente an den Untergrund haften zu lassen. Dazu nutzten wir natürliche Produkte wie Mehl, Eier, Quark und Baumharze.

Modul 6 – Bau einer Handpuppe

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Aus dem Pappmaché entstanden Kater Odin, das fliegende Einhorn, Piraten und Drachen.

Die Teilnehmer sollten aus einfachen Materialien wie alten Zeitungen, Stoffresten und Farben mit etwas handwerklichem Geschick selbst Handpuppen herstellen.

Zu Beginn dachte jeder darüber nach, was er anfertigen wollte – entwickelte also eine Idee von seiner Handpuppe.

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Beim Anmalen der Pappmaché-Köpfe

Danach ging es an das Herstellen von Pappmaché. Es wurde dabei „gematscht“ und modelliert. Die Freude war groß, wenn man sich erst einmal an das Formen eines Kopfes herangetraut hatte.

Zum Schluss wurden die Köpfe der Handpuppen noch bemalt und aus den Stoffresten ein Gewandt genäht.

Die Ergebnisse haben unsere Erwartungen weit übertroffen!

 

 

Zurück zu den Quellen mit "ad fontes"!

Niemand stellt ernsthaft den Sinn einer Erziehung zum sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt in Frage. Umweltbildung ist heute Standard und seit mindestens 27 Jahren "Kerngeschäft" des Umweltzentrums Dresden. Dennoch hat sich vieles geändert und die Frage nach einem generellen Umgang, alten und neuen Zielgruppen und zeitgemäßen methodischen Ansätzen steht im Mittelpunkt des Erfahrungsaustausches tschechischer und deutscher Umweltbildner*innen. Dazu arbeiten wir mit unseren Partnern aus Deutschland, dem Erzgebirgsverein aus Annaberg-Buchholz und DOMINO Soziale Projekte aus Zittau zusammen sowie der "Oparno-Mühle", die Mitglied im Verband Asociace TOM ČR ist.

Entwickelt werden von uns Angebote zu den Themen Wasser und Verwandlungen für Schüler*innen und Familien aus Deutschland und Tschechien.

Beim Thema Wasser geht es z. B. um das Kennenlernen der Fauna und Flora am und im Bach, die Bestimmung von biotischen und abiotischen Faktoren und der Gewässergüte. Weiterhin werden Experimente entwickelt, die den physikalischen und chemischen Eigenschaften von Wasser nachspüren und es wird Wasser als Politikum zum Thema gemacht. In einem weiteren Teil steht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Wasser im Mittelpunkt. Dabei finden die gewonnen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse bei der Farbherstellung Anwendung und es können handwerkliche Fähigkeiten bei der bildnerischen Umsetzung erworben werden. 

Internationale Kultur, Mythen und Riten rund um die Maskenherstellung sind Inhalt beim Thema Verwandlungen.  Neben Geschichten zum Ursprung und den Anlässen für die Maskenherstellung werden selber Masken aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen Techniken hergestellt.

Sagen und Geschichten rund um die Mühle sind Ausgangspunkt für die Herstellung von Handpuppen, gedacht vor allem für Familien mit kleineren Kindern. Vom Kopf bis zur Kleidung werden die Figuren selber hergestellt und im Spiel erprobt.

Ort der Erprobung dieser zukünftigen Angebote ist die Oparno-Mühle im Böhmischen Mittelgebirge, im Wopparner Tal unweit der Gemeinden Velemín und Chotiměř bei Lovosice in einem für Ausflüge (Burgruine Oparno) und längere Wanderungen (Berg Lovos oder die Kaiserliche Treppe) geeigneten Gebiet. Sie wurde bereits umfangreich saniert und erweitert mit "ad fontes" künftig ihr Angebot mit kulturellen und vor allem umweltorientierten Veranstaltungen und für vielfältige Zielgruppen.

Ad fontes ist ein deutsch-tschechisches Projekt im Rahmen des Programms Interreg V A „Ahoj sousede - Hallo Nachbar“ der Europäischen Union, gefördert durch den Fonds für regionale Entwicklung.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch
Ansprechpartner

Umweltzentrum Dresden e.V.
Schützengasse 16-18
01067 Dresden

Birgit Pätzold, Bettina Bauer – Projektorganisation

Tel.: 0351 4 94 35 03
Fax.: 0351 4 94 34 40

E-Mail: bettina.bauer@uzdresden.de

Projektpartner

Asociace Tom: http://www.a-tom.cz/
Erzgebirgsverein: http://www.erzgebirgsverein.de/
Haus Domino, Soziale Projekte Zittau e.V.:http://www.domino-camp.de/k_1/index_1.htm