Athene - Rettet den Steinkauz!

Herbsttipp: Totholz rettet Leben!

Der Winter steht vor der Tür und Natur und Mensch wollen es warm und sicher haben. Ein Totholzhaufen wird zum dringend benötigtem Winterquartier, Versteck und Brutstätte für Käfer, Ameisen, Wildbienen zugleich. Einen größeren Totholzhaufen nutzen auch noch Eidechsen und Igel als Unterschlupf.

Das Anlegen ist im wahrsten Sinne des Wortes »kinderleicht« – Kinder oder Enkel machen also am besten mit! Viel Spaß beim Beobachten!

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Es muss nicht immer ein perfektes Insektenhotel sein. Holz in unterschiedlichen Größen aufgeschichtet, bietet Schutz im Winter und ist Insekten-Kinderstube im Frühling, der gewiss wieder kommt. Foto: mcronny@pixabay

SAMMELN ▶ SCHICHTEN ▶ LEBEN RETTEN
So geht‘s!
1. Sammeln Sie alte Zweige und Äste in unterschiedlichen Größen und Dicken. Das Laub bleibt einfach dran.
2. Lassen Sie sich von Ihren Kindern oder Enkeln helfen.
3. Äste und Zweige vom Strauch- oder Baumrückschnitt sind dafür gut geeignet; wichtig sind aber auch dickere Äste oder Stämme, je nachdem wie
groß Ihr Totholzhaufen werden darf.
4. Suchen Sie ein ruhiges, sonniges Plätzchen, möglichst windgeschützt.
5. Schichten Sie Zweige, Äste, Stämme lose aufeinander.
6. Sie dürfen kreativ sein: Moose und Steine werten den Haufen weiter auf und sehen schön aus.

MEHR HILFT MEHR! Beobachten Sie, was mit Ihrem Totholzhaufen über die nächsten Monate passiert: Käferlarven zersetzen das Holz, in die verlassenen
Wohnräume ziehen Bienen und Wespen als Nachmieter ein, Ihr Totholzhaufen wird kleiner. Sind Sie gern Vermieter geworden? Dann legen Sie einfach nach und starten den Kreislauf neu.. Wenn Sie mehr tun wollen ... helfen wir gern unter athene@uzdresden.de weiter.

 

Workshop zum Thema "Auswilderung von Steinkäuzen - pro und contra"

Auch wenn im Rahmen des Projekts Athene keine Steinkäuze ausgewildert werden, luden wir am 15.08.18 zu einem Workshop mit diesem Thema ein. Ziel war vor allem die Vernetzung mit anderen Steinkauzprojekten in der Region, aber auch überregional. Das Interesse war groß: Über 20 Teilnehmer*innen aus Tschechien und Mitteldeutschland tauschten sich zu Vor- und Nachteilen von Auswilderungen als Mittel zum Erhalt von Arten generell sowie zu konkreten Problemen oder Erfolgen bei Auswilderungen aus.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen für das Interesse, insbesondere aber unseren tschechischen Athene-Kollegen und den Experten aus dem Harz für ihren Input und beim Dolmetscher für seine hervorragende Übersetzungsarbeit. Die Ergebnisse des Workshops können bei athene@uzdresden.de angefragt werden.

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projektübergreifender Austausch zu einer streitbaren Methode der Arterhaltung

Athene - RETTET DEN STEINKAUZ!

Der Steinkauz gehört zu den am meisten bedrohten mitteleuropäischen Vogelarten. Ohne unsere Hilfe ist er vom Aussterben bedroht. Dabei war er für unsereGroßeltern noch eine ganz gewöhnliche, weit verbreitete Eulenart. In den letzten Jahrzehnten aber verzeichnen wir einen rasanten Rückgang, auch in Sachsen und in Tschechien. In Sachsen leben heute nur noch 11 Brutpaare, in der gesamten Tschechischen Republik noch an die 100 – 130, die meisten in der Region Aussig (Ústecký kraj) und Mittelböhmen (Středočeský kraj). Als Hauptursache dieser Entwicklung gilt der Verlust seiner wichtigsten Jagd- und Bruthabitate durch die intensive Form der landwirtschaftlichen Flächennutzung.

 

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Harter Bursche, kleiner Kerl - ein tschechischer Farmer wurde zum Steinkauzfreund. Foto: Martin Salek

Steckbrief Steinkauz (athene noctua)

Der Steinkauz ist eine kleine Eule; das Männchen ist so groß wie eine Amsel, das Weibchen ähnlich einer Taube. Sowohl der Kopf des Weibchens als auch des Männchens ist groß mit einem flachen Schopf, die Körperoberseiten dunkelbraun gefärbt mit vielen hellen Flecken, die Körperunterseite weißlich mit dunkelbraunen Flecken. Die Augen sind gelb. Der Steinkauz jagt meist in der Dämmerung und sitzt gern auf erhöhten Plätzen. Insbesondere während der Frühlingsmonate kündet ein gedehntes, ansteigendes "puuuuuuujd" von der Anwesenheit eines Männchens das sein Revier verteidigt.
Hauptnahrung sind Feldmäuse, Mäuse, große Insekten und zur Aufzucht der Jungen Regenwürmer. Ab Mitte April brüten Steinkäuze, meist auf 3-5 Eiern. Die Jungkäuze bleiben etwa 30-35 Tage im Nest; nach etwa 2-3 Monaten verlassen sie als Jungvögel ihre Eltern. Athene noctua besiedelt Teile Nordafrikas und Eurasiens, und bewohnt in Mitteleuropa bevorzugt Streuobstwiesen, seltener auch Steinbrüche und Parkanlagen, zunehmend urbane Räume. sýček obecný, so heißt der Steinkauz auf Tschechisch.

Lebensraum

Die größte Bedrohung für den Steinkauz liegt sicher in der Zerstörung seiner Lebensräume. Dabei haben diese, genauso wie die kleine Eule mit den großen Augen selbst, einiges zu bieten. Eine Wiese mit Obstbäumen, Schafen und Panoramablick auf die sächsische oder böhmische Schweiz - das weckt beim einen oder anderen sicher Erinnerungen an den letzten Wanderurlaub oder gar ein Heimatgefühl. Diese Landschaften zu schützen und somit nicht nur dem Steinkauz, sondern auch Wanderern und Einheimischen wunderbare Orte zum Leben, Entspannen und Träumen zu erhalten, warum sollte das kein Ziel sein?

Athene - das Projekt

Wir möchten den Steinkauz zu einer Rückkehr nach Sachsen bewegen und die Bestände im tschechischen Teil des Projektgebiets stärken. Erreichen wolle wir das durch:

  1. Monitoring – Wo ist der Steinkauz überhaupt noch anzutreffen?
  2. Suche nach geeigneten Lebensräumen – Wo könnte er bald wieder anzutreffen sein?
  3. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit – Der Steinkauz interessiert sich nicht für Landesgrenzen. Deswegen arbeiten wir auf beiden Seiten der tschechisch-deutschen Grenze.
  4. Öffentlichkeitsarbeit – Was tun wir, was können Sie und was können wir gemeinsam tun, um den Steinkauz zu schützen?

Athene - Wir werden jetzt aktiv!

Natürlich bleiben wir nicht nur bei der Theorie: Wir gestalten mit dem Aufhängen von Nistkästen aktiv Biotope. Oder wir zeigen auf, wie Sie, ganz einfach, für den Steinkauz und andere Vögel und Kleinstlebewesen tödliche Fallen auf Ihrem Grundstück beseitigen können.

Wie Sie dem Steinkauz helfen können:

 

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Streifenmahd auf Ihrem Grundstück rettet Leben und schafft Jagdreviere.

Maßnahme 1: MÄHEN SIE WIESEN UND RASENFLÄCHEN IN IHREM GARTEN IN STREIFEN.

Der Steinkauz braucht für seine Nahrungsbeschaffung eine vielfältige Landschaft mit einer ausreichenden Menge von kurzhalmigen Biotopen zur Jagd, wie es z. B. die gemähten Randstreifen von Wiesen oder Weiden sind. Ein großflächig kurz geschnittener Rasen hingegen bietet dem Kauz - und anderen Pfl anzen und Tieren auch! - praktisch keine Lebensgrundlage,da sowohl Verstecke für Kleinsäuger als auch Futterpfl anzen für Würmer und Insekten fehlen. Ideal ist, sie mähen ihre Wiesen Streifenmahd von Wiesen und Rasenflächen in ihrem Garten. Je vielfältiger, desto besser! Lassen Sie bei der Mahd ihrer Wiesen oder Rasenflächen immer eine ausreichend große Fläche an ungemähten Grasstreifen stehen, der Insekten und kleinen Säugetieren als wichtiger Lebensraum
dient. Ein Mosaik an Biotopen bietet dem Steinkauz und anderen Lebewesen die besten Lebensbedingungen.

 

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Mosaikbeweidung ist ideal für eine extensive Bewirtschaftung von Viehweiden, Foto: Berit Künzelmann

Maßnahme 2: PFLEGEN SIE VIEHWEIDEN EXTESINV

Beweiden Sie Ihr Land nicht intensiv. Neben den beweideten Flächen sollten sich auch nicht abgeweidete Flächen mit höherem Gras befinden, die als Lebensraum für die Beute des
Steinkauzes dienen können.

 

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Alter Baum, gutes Versteck! Foto: Jiří Hornek

Maßnahme 3: PFLANZEN SIE OBSTBÄUME ODER ALLEEN

Pflanzen Sie geeignete Bäume, wie z. B. alte Obstbaumsorten, aber auch Nussbäume oder Eichen. Sie bringen Vielfalt in die Landschaft und bieten dem Steinkauz geeignete Ruhe und
Nahrungsmöglichkeiten.

 

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Lebendiger Haufen. Quelle: wikipedia commons

Maßnahme 4: SCHAFFEN SIE LEBENSRAUM IN ALTEN BÄUMEN UND TOTHOLZ

Lassen Sie alte Bäume sterben oder auch einmal einen dicken Totholzstamm stehen. Baumhöhlen in diesen alten, sterbenden Bäumen sind ideale Nist-, und Ruheplätze (sogenannte Tageseinstände),
die dem Steinkauz und anderen Höhlenbrütern auch als „Ausguck“ zur Jagd dienen. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, den Steinkauz wieder zu dem weit verbreiteten Vogel zu machen, der er einst war.

 

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Kostenlose Athene-Nistkästen mit Marderschutz. Sie haben einen Ort zum Anbringen? Wir helfen Ihnen gern! Foto: Martin Salek

Maßnahme 5: STELLEN SIE SITZWARTEN AUF, BRINGEN SIE unsere KOSTENLOSEN Athene-NISTKÄSTEN an!

Stellen Sie T-förmige Sitzwarten dort auf größeren Wiesen, Weiden oder Feldern auf, wo allein stehende Bäume oder andere geeignete Sitzwarten fehlen. Sie helfen nicht nur dem Steinkauz bei
einer effektiveren Jagd. Mit kostenlosen Athene-Nistkästen und einem Plätzchen auf Ihrem Haus, Hof, Flur- oder Grundstück.So schaffen wir einen sicheren Brut- und Rastplatz.
Wir beraten und helfen bei der praktischen Umsetzung.

 

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offene Wasserbehälter, senkrecht stehene Rohre sind Gefahren für Wildvögel, die meist mit einfachen Mitteln ebgemildert oder ganz behoben werden können. Foto: Martin Salek

Maßnahme 5: BESEITIGEN SIE AUF EINFACHE WEISE TECHNNISCHE FALLEN

Viele Käuze und andere Vögel kommen jedes Jahr in Fässern, Wasserbehältern oder in senkrecht aufgestellten Rohren, Schornsteinen sowie in den Boden mündende Dachrinnenums Leben. Diese Gefahren sind nicht ganz zu vermeiden, Sie können Sie aber entschärfen: Lassen Sie in offenen Wasserbehältern ein Holzbrett schwimmen, auf das sich der Kauz retten kann oder befestigen Sie
entlang der Behälterinnenseite ein feines Maschendrahtgeflecht, das hilft den Käuzen beim Herausklettern. Die Ausstiegshilfe sollte ausreichend tief befestigt werden, so dass Schwankungen des
Wasserstandes berücksichtigt werden. Lagern Sie stehende Rohre horizontal oder decken Sie, wenn das nicht möglich ist, die obere Öff nung mit einem Geflecht oder einer Holzplatte ab. Sichern Sie senkrechte, in den Boden mündende Fallrohre mit einem Gitter am oberen Ablauf der Rinne.

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Der Steinkauz - ein der vielen heute vom Aussterben bedrohten Vogelarten

Mit freundlicher Unterstützung durch
Ansprechpartner

Umweltzentrum Dresden e.V.
Schützengasse 16-18
01067 Dresden

Uwe Bartling - Projektbearbeitung
Tel.: +49 351 4943 570
E-Mail: uwe.bartling@uzdresden.de

David Maurer - Projektorganisation
Tel.: +49 351 4943 571
E-Mail: david.maurer@uzdresden.de

Projektpartner